„Was ist denn nun besser – Botox oder Hyaluron?" Diese Frage höre ich in meiner Praxis fast täglich, und meine Antwort überrascht viele: Die Frage ist falsch gestellt. Botulinumtoxin und Hyaluronsäure sind keine Konkurrenten, sondern zwei völlig unterschiedliche Werkzeuge – und welches das richtige ist, entscheidet nicht der Trend, sondern die Ursache Ihrer Falte.
Botulinumtoxin entspannt gezielt die Muskulatur. Es wirkt deshalb dort, wo Falten durch Mimik entstehen – beim Stirnrunzeln, Lachen oder konzentrierten Blick. Die Falte wird nicht „aufgefüllt", sondern ihre Ursache, die Muskelanspannung, wird vorübergehend reduziert.
Hyaluronsäure dagegen ist ein Filler: Sie füllt Volumen auf und bindet Feuchtigkeit. Sie wirkt dort, wo Gewebe an Substanz verloren hat – bei statischen Falten, die auch im entspannten Gesicht sichtbar bleiben, oder wenn Konturen an Volumen verlieren.
Bei klassischen Mimikfalten ist Botulinumtoxin in der Regel die Methode der Wahl: Zornesfalte, Stirnfalten, Krähenfüße. Auch feinere Einsätze wie der Lip Flip oder die Entspannung eines unruhigen Kinns arbeiten mit demselben Prinzip. Der Effekt hält etwa drei bis sechs Monate.
Bleibt die Falte auch dann sichtbar, wenn Ihr Gesicht völlig entspannt ist, hilft kein Muskel-Relaxans – hier braucht es Volumen oder Feuchtigkeit. Für die großflächige Tiefenhydration der Haut arbeite ich übrigens mit Skinboostern: unvernetzte Hyaluronsäure, die keine Konturen verändert, sondern die Hautqualität von innen verbessert.
In vielen Gesichtern ist die ehrliche Antwort: beides – aber nacheinander und mit Augenmaß. Erst die Mimik entspannen, dann beurteilen, was an statischen Falten übrig bleibt. So vermeidet man Überkorrekturen, die ein Gesicht maskenhaft wirken lassen.
Lassen Sie sich nicht von Schlagworten leiten. Entscheidend ist die Analyse: Welche Falte, welche Ursache, welches Ziel? In meiner Botox-Sprechstunde schaue ich mir Ihre Mimik genau an und sage Ihnen auch ehrlich, wenn eine Behandlung aus meiner Sicht nicht nötig ist.